Gemeinde Eberdingen

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Ortsteil Eberdingen

Geschichte des Ortsteils Eberdingen

Ortsansicht Eberdingen
Ortsansicht Eberdingen

Eberdingen wurde um das Jahr 1100 n. Chr. in einem Schenkungsbuch des Klosters Hirsau erstmals urkundlich erwähnt. Auch dieser Ort war zunächst eine ausschließlich bäuerlich geprägte Dorfgemeinschaft mit im Laufe der Geschichte durch Schenkungen, Erbteilungen und Verkäufe mehrmals wechselnden Ortsherrschaften (z.B. Grafen von Calw, Grafen von Eberstein, Herren von Liebenstein, Kloster Hirsau, Familie von Reischach und Haus Württemberg).

Im Jahr 1511 kaufte der damalige Hirsauer Abt Johannes von Heinrich von Liebenstein und seinem Sohn Friedrich, ein Drittel Besitz in Eberdingen. Nachdem die Klöster zu keiner Zeit ausschließlich Stätten religiösen Lebens mit Andacht, Gebet und Weltabgeschiedenheit waren, war es nicht verwunderlich, dass zur Zeit seines Eberdinger Kaufs, das Kloster Hirsau ein auf solider Basis geführtes Wirtschaftsunternehmen war. Es wurde rege Handel mit vorzugsweise aus der Landwirtschaft und aus dem Weinbau stammenden Erzeugnissen betrieben. Aus den Hirsauer Akten ist ersichtlich, dass Eberdingen damals ein Weinbaugebiet war, welches erstaunliche Erträge hervorbrachte. In den Zehntweinlieferungslisten des Klosters Hirsau wurden für Eberdingen 1521/22 170 Hektoliter und 1526/27 sogar 220 Hektoliter abzugebende Weinmenge aufgeführt. Da die Eberdinger als Zehntwein den 7. Teil ihres Weinertrages abliefern mussten, ergeben die Zehntweinmengen mal 7 eine ungefähre Vorstellung von der damaligen Traubenmostproduktion eines Herbstes. Den Wein, den das Kloster nicht für eigene Zwecke verbrauchte, verkaufte es bis in die heutigen Regionen und Länder Bayern, Nordschweiz, Norddeutschland, die Niederlande und England. Hauptumschlagplatz war damals der Weinhof in Ulm.

Das letzte Drittel Eberdingens war bis zu seinem im Jahr 1511 erfolgten Verkauf an das Kloster Hirsau Gräflich Ebersteinsches Lehen und kam 1534 durch Säkularisation dieses Klosters an Württemberg. In diesem Jahr wurde in Eberdingen und Nussdorf die Reformation eingeführt. Hochdorfs Überführung zum neuen Glauben erfolgte 21 Jahre später. Diese Anbindung des Ortsteils Eberdingen an Württemberg sollte von Dauer sein, 1812 zählte der Ort etwa 750 Einwohner, derzeit leben rund 1.900 Einwohner in diesem Ortsteil.